Der mittelalterliche Kreuzgang

Der rund 900 Jahre alte Kreuzgang des Bonner Münsters ist der am vollständigsten erhaltene romanische Kreuzgang nördlich der Alpen und des Rheinlands sowieso. Nach längerer Restauration sind Kreuzgang und Innenhof nun wieder vollständig zugänglich und erstrahlen in einer besonderen Illumination.

 

Ort der Stille

Eine Besonderheit ist die Galerie im Obergeschoss des Südflügels. Eine solche so genannte Zwerchgalerie gab es nur in der romanischen Baukunst Deutschlands und Italiens. Im Ostflügel liegt neben dem Querhaus die Cyriakus-Kapelle. Es handelt sich um den früheren Kapitelsaal, der nach dem Tod Gerhard von Ares zu dessen Grabkapelle umgestaltet wurde.

 

Architektonisches Vorbild des Kreuzgangs ist das römische Atrium (ein Innenhof). Orte der Stille waren Kreuzgänge vor dem Zweiten Weltkrieg nicht. So nutzten die Mönche und auch die Stiftsherrn im Mittelalter Gang und Hof zur Verrichtung täglicher Arbeiten. Es wurden dort zum Beispiel Haare geschnitten oder Schuhe und Kleidung geflickt. Namen gebend für die Kreuzgänge sind wohl die Kreuzprozessionen. Auch in Bonn versammelten sich Kanoniker und Vikare vor den Gottesdiensten im Kreuzgang, bevor sie in feierlicher Prozession die Kirche betraten.